CEC5

Demonstration of energy efficiency and utilisation of renewable energy sources through public buildings

Projektträger

Regionalentwicklung Vorarlberg eGen

Hof 19

6861 Alberschwende

Kurzbeschreibung

Bei CEC5 handelt es sich um ein Projekt aus dem Central Europe Programm an dem sich 14 Organisationen aus 8 Länder beteiligen. Aufgrund der Tatsache, dass Vorarlberg mit dem Projekt ENERBUILD im Sektor energieeffizientes und ökologisches Bauen im öffentlichen Sektor Ansehen gewonnen hat, ist es gelungen, eine Förderzusage für die weitere Verbreitung des Know-hows zu erreichen.  Das Projekt unterstützt öffentliche Bauträger im Bereich des ökologischen Baus und gliedert sich in drei wesentliche Handlungsfelder:

Weiterentwicklung und Pilotservice für öffentliche Bauträger. Das im Projekt ENERBUILD entwickelte Servicepaket KGA (Kommunaler Gebäudeausweis) soll dabei weiter ausgebaut und für eine breitere Anwendung zur Verfügung gestellt werden.

Die Errichtung eines vorbildlichen ökologischen Objektes als Anschauungsbeispiel.

Es handelt sich um eine Investitionsmaßnahme, welche als nationale und internationales Anschauungsobjekte dienen. Ziel dabei ist es, die ökologischen Baukonzepte bekannt zu machen und den Bereich Fachexkursion und Ausbildung durch ein Anschauungsobjekt zu unterstützen. In Vorarlberg erfolgt die Anschaffungs einer Etage im Life Cycle Tower (LCT) ONE.

Die im Projekt entwickelten Instrumente der ökologischen Baubewertung sollen durch eine neu gegründete Netzwerkstruktur Verbreitung finden. Die Projektpartner aus den acht Ländern verpflichten sich dabei, das Vorarlberger Modell anzuwenden und sich an einer Weiterentwicklung auf europäischer Ebene zu beteiligen. Im Projekt vorgesehen ist, dass das entstandene Expertennetzwerk NENA, das seinen Sitz in Vorarlberg haben wird, diese Aufgabe für alle Partner übernimmt.

Wesentlicher regionaler Nutzen für die Projektbeteiligten:
Im Sinne der Beschäftigung und der Nutzung regionaler Ressourcen trägt dieses Projekt dazu bei, das ökologische Bauen zum Standard zu entwickeln und damit einen regionalen Wettbewerbsvorteil herauszuarbeiten.
Mit der Pilotinvestition in ein vorbildliches Gebäude LCT-ONE kann die Bedeutung regionaler Wirtschaftskreisläufe im Zusammenhang mit der Reduktion des CO2 Ausstoßes physisch demonstriert werden. Das Gebäude demonstriert öffentlichen Entscheidungsträger wie unter Einhaltung der Vergaberichtlinien vorbildlich, energieeffizient und ökologisch gebaut werden kann. Die transnationale Vernetzung durch die Netzwerkorganisation NENA ermöglicht eine laufende Weiterentwicklung der Services zum ökologischen Bauen auf transnationaler Ebene.
Als Botschafter auf dem Gebiet des nachhaltigen Bauens kann Vorarlberg seine gute Position im Bausektor in Europa zu Gunsten der vielen Klein- und Mittelbetriebe weiter ausbauen.

Ausgangslage

Das Central Europe Programm ist für die stärker Zusammenarbeit der zentraleuropäischen Länder angelegt. Die Programmbehörde hat für die Programmperiode einen strategischen Aufruf als Experiment vorbereitet. Das bedeutet, dass die Programmbehörde das zu bearbeitende Thema beschrieben hat und sich Regionen zur Umsetzung bewerben konnten. In der Folge wurden die „leistungsfähigen“ Bewerber ausgewählt und zur Bildung eines Konsoritums eingeladen. CEC5 (Central Europe Concept 5) steht für eines der im Sonderaufruf behandelten Themen. Es handelt sich dabei um die Demonstration einer energieeffizienten Anwendung mit erneuerbaren Ressourcen im öffentlichen Bau. Mit einem Pilotprojekt soll der Projekträger das energieeffiziente Bauen für eine breite Öffentlichkeit demonstrieren und Wege in Richtung Nullenergiebau aufzeigen. Aufgrund der Tatsache, dass Vorarlberg auf diesem Gebiet im europäischen Vergleich eine führende Position einnimmt - nicht zuletzt wurde im Projekt ENERBUILD der kommunale Gebäudeausweis entwickelt und in Vorarlberg umgesetzt - wurde die Regionalentwicklung Vorarlberg als Leadpartner gewählt. Im Aufruf der Programmbehörde wurden die Ziele definiert und das Konsortium, speziell der Leadpartner,  war gefordert, nun in einer detaillierten Projektausarbeitung darzulegen, wie diese programmgewünschten Ziele zu erreichen sind.
Ziel dabei ist es, einen europäischen Standard zur Definition eines ökologischen energieeffizienten, Energie produzierenden öffentlichen Baus zu definieren, ein Mustergebäude zu errichten und eine Dauerausstellung einzurichten sowie Strukturen für eine europäische Verbreitung eines Evaluierungssystems zu etablieren.

Ziele/Wirkung

Die Ziele sind weitgehend im Aufruf der Programmbehörde beschrieben:

  • Entwicklung eines europäischen Standards zur Definition eines öffentlichen, ökologischen, energieeffizienten, Energie produzierenden Baus;
  • die Errichtung eines Mustergebäudes;
  • die Umsetzung einer Dauerausstellung;
  • die Schaffung von Strukturen zur Verbreitung eines Europäischen Standards

Aus Vorarlberger Sicht geht es dabei um die Weiterentwicklung und Festigung des bereits entwickelten Evaluierungsverfahrens für öffentliche Bauten – kommunaler Gebäudeausweis. Es geht um die Errichtung bzw. Beteiligung am LCT-ONE zu Repräsentationszwecken bzw. zur Demonstration regionaler Wirtschaftskreisläufe. Darüber hinaus geht es um die Sicherung und laufende Weiterentwicklung des kommunalen Gebäudeausweises auf europäischen Niveau.
Insgesamt soll das Projekt dazu beitragen, die führende Rolle Vorarlbergs im Bereich des ökolischen Baus auszubauen und dabei einerseits das Know-how der Betriebe zu stärken, andererseits Wettbewerbsvorteile durch das Qualitätsimage der Vorarlberger Bauwirtschaft zu steigern. Das Projekt soll zumindest einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Inhalte

Aufgrund der Situation, dass Vorarlberg die Leadpartner-Rolle übernommen hat fällt die gesamte Projektentwicklung und das transnationale und regionale Projektmanagement in deren Aufgaben. Dies ist im Workpackage 2 beschrieben.

Das inhaltliche Arbeitspaket 3 befasst sich mit der Entwicklung eines transnationalen Standards zur Gebäudeevaluierung. Ausgangsbasis bildet dabei der kommunale Gebäudeausweis aus Vorarlberg. Im Rahmen von transnationalen Workshops werden mit den 14 Partnern aus allen Ländern Zentraleuropas diese Standard diskutiert und auf einen „gemeinsamen Nenner“ gebracht. Das entwickelte bzw. ergänzte Instrument wird in allen Ländern an den Beispielobjekten angewendet. Zusätzlich werden in den Ländern weitere Objekte mittels dieser Methode evaluiert.

Das Arbeitspaket 4 beschäftigt sich mit der Planung und der Errichtung eines Mustergebäudes. In jedem Land wird ein diesbezügliches Objekt errichtet. In Vorarlberg beteiligt sich die Regionalentwicklung am LCT-ONE und errichtet - wie auch die übrigen Partner - in diesen Räumlichkeiten eine Dauerausstellung die der Öffentlichkeit zugänglich ist. Das Arbeitspaket 4 beinhaltet die Planung, Beschaffung und Finanzierung des Objektes, die Konzeption der Ausstellung und die transnationale Abstimmung bezüglich des Ausstellungsprogramms.

Das Arbeitspaket 5 beschäftigt sich mit dem Aufbau transnationaler Strukturen für eine dauerhafte Weiterentwicklung und Verbreitung der Evaluierungsmethoden. Inhalt dabei ist, diese Strukturen transnational abgestimmt zu entwickeln und eine diesbezügliche Geschäftsstelle bzw. Anlaufstelle einzurichten. Aus Sicht von Vorarlberg wird dazu die im Projekt NENA geschaffene Vereinigung, eine Versammlung von Experten für ökologisches und energieeffizientes Bauen, angewendet.

Resultate

Wie in den vorhergehenden Erläuterungen dargelegt, werden zusammenfassend folgende Ergebnisse erwartet:

  1. Ein funktionierendes transnationales Konsortium
  2. Eine Einigung aller zentraleuropäischen Länder bzw. deren beteiligte Partner auf ein gemeinsames Evaluierungssystem für energieeffizientes, ökologisches Bauen im öffentlichen Sektor.
  3. Die zur Anwendung solcher Methoden erforderliche Governmentstruktur, Vorschläge bzw. Umsetzungen in den einzelnen Ländern. Hinweis: Dazu gilt der kommunale Gebäudeausweis kombiniert mit den Bedarfszuweisungen an die Gemeinden als Musterbeispiel
  4. Erwartet wird weiters die Umsetzung, Errichtung eines öffentlichen Gebäudes. In Vorarlberg die Beteiligung am LCT-ONE und die Umsetzung einer Dauerausstellung, die in Vorarlberg ebenfalls im LCT-ONE organisiert wird. Mit der Ausstellung ist auch die von der Regionalentwicklung Vorarlberg getätigte Investition für die Öffentlichkeit zugänglich. Damit soll das generelle Ziel, nämlich die Verbreitung von Methoden für energieeffizientes Bauen, erreicht werden.
  5. Ein weiteres Ergebnis ist die eingerichtete Struktur um die angewendeten Methoden auf europäischer Ebene laufend weiterzuentwickeln bzw. zu verbreiten. Dies wird in Vorarlberg mit dem NENA Netzwerk erfolgen.

 

Bezug zum Programm

Im September 2010 bewirbt sich die Regionalentwicklung auf Initiative von Telesis um die Beteiligung im Rahmen der strategischen Ausschreibung des Central Europe Programmes. Von Programmseite wurden Organisationen aus den 8 Ländern zur Bildung eines Konsortiums eingeladen. Auf Grund des guten Rufs der Vorarlberger Architektur, der Bauszene und vor allem wegen dem spezifischen Know, das durch das ENERBUILD Projekt entstanden ist,  wurde die Regionalentwicklung eingeladen die Lead-Partnerschaft zu übernehmen. Dem haben die beteiligten Länder zugestimmt und die Firma Telesis investierte in eine über ein Jahr dauernde Projektentwicklung für die Vorarlberger Beteiligung. Nach einer internen Kalkulation betrug die Investition ca € 36.000.- wovon nach Förderzusage € 20.000.- anrechenbar sind.  Bis Dezember 2011 war unsicher, ob das Projekt die Förderzusage erhält oder nicht nachdem einzelne Projektpartner aus Ungarn und der Tschechoslowakei den Baubescheid für das Vorzeigeobjekt nicht vorweisen konnten. Der Projektstart wird auf Oktober 2011 zurückdatiert. Für das Central Europe Programm handelt es sich um ein strategisches Projekt, das sich durch die Vorgabe von Themen und Arbeitsinhalten von den übrigen Projektaufrufen unterscheidet. Mit der Firma CREE konnte eine Lösung zum Ankauf einer Etage im LCT-ONE gefunden werden.