Energiepotential

Energiepotential

Projektträger

AEEV - Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Vorarlberg

Hof 19

6861 Alberschwende

Kurzbeschreibung

Ziel des Projektvorhabens ist es, die Wirtschaftlichkeit, die Umweltverträglichkeit und die Akzeptanz für die Errichtung von energieproduzierenden Anlagen im touristisch genutzten Grenzgebiet zwischen Vorarlberg und Allgäu zu klären. Der Planungsprozess geht von den Bürgern aus. Biomasse, Wasser, Fotovoltaik, Solar und Windkraft sollen optimaler genutzt werden. Neben der Senisibilisierung und Mobilisierung zum Thema Energie erfogt die Prüfung auf Machbarkeit zur Errichtung von Anlagen über die Bereitschaft der Bürger in diese zu investieren. Im Bereich Windkraft ist im Projekt auch eine Langzeitmessung (Eichenberg, Möggers, Hittisau) vorgesehen, die Aufschluss auf die Investion ergibt. Als Ergebnis wird der Start in Investitionsprojekte durch Bürgerbeteiligungen erwartet. Forschungsergebnisse aus anderen Projekten sollen gezielt und für das Projekt Nutzen stiftend einfließen.

Ausgangslage

Angesichts der Dringlichkeit zur Intensivierung lokalen Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen, geht es im Projekt um die Akzeptanz und der behördlichen, technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit zur Errichtung von Windkraftanlagen. Gerade das Grenzgebiet zwischen Vorarlberg und Bayern, Allgäu ist ein touristisch genutztes Gebiet (über 2 Mio Nächtigungen), ein beliebtes Wohngebiet, wo es bei der Errichtung von Anlagen um die Frage der Umweltverträglichkeit und der Bürgerakzeptanz geht.
Zur Projektvorbereitung wurde in den Vertretungen der Standortgemeinden (Eichenberg AT, Möggers AT und Scheidegg BRD) informiert. Die Gemeindevertretungen haben ihr Interesse am Projekt erklärt. Die Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie tritt als Koordinator und Projektträger auf. Die Eigenmittel werden von den Standortgemeinden und von der ARGE aufgebracht bzw. von dieser garantiert. In Vorbereitung zum Projekt wurde bereits eine Voreinschätzung an potentiellen Standorten durch Fachleute vorgenommen. Das in Frage kommende Gebiet ist auch im Vorarlberger Windkataster als ein potentielles geschätzt. Gespräche mit den Grundeigentümern haben begonnen. Zur Bereitstellung der fachlichen Kompetenzen wurden mit den lokalen Elektrizitätswerken ebenfalls Gespräche geführt. Mit Klimaexperten des Landes und mit den verantwortlichen Stellen der Behörde wurde das Vorgehen im Projekt abgestimmt.

Ziele/Wirkung

Es geht um die zentrale Frage: was ist verträglich, für die Region und die dort lebenden Menschen nützlich und was ist in Bezug auf Energie für die Lebensqualität in dem Gebiet von Vorteil; dementsprechend sind Akzeptanz und die Möglichkeiten zur Realisierung zu hinterfragen. Die im Projekt erforderlichen Leistungen werden meist grenzüberschreitend durchgeführt. So können Öffentlichkeitsarbeit, die Windmessungen samt Modellierung der Windströmungen kosteneffizient und qualitativ hochwertig ausgeführt werden (Ersparnisse ergeben sich: Öffentlichkeitsarbeit, Windschule, Messung, Modellierung (Strömungsberechnungen), Fachgutachten für die Behördenverfahren. Die transnationale Bearbeitung ist neben dem Kostenvorteil im Besonderen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der angrenzenden Gemeinden für die Zukunft von hohem Stellenwert.

Inhalte

Das Projekt Gliedert sich in drei Handlungsfelder:

  1. Öffentlichkeitsarbeit
  2. Fachliche Abklärung
  3. Messungen
  4. Management und Koordination

Die Anfallenden Kosten ergeben sich aus Kosten der Projektbegleitung, Fachgutachten, die Aufbereitung von Informationsmaterial, speziell für die Windschule. Der wohl Größte Kostenanteil wird durch die Windmessung verursacht, dessen Ergebnis erst Aufschluss über die Machbarkeit ergibt.

Die Handlungsfelder gliedern sich in folgende Arbeitspakete:

1. Öffentlichkeitsarbeit
Im Handlungsfeld Öffentlichkeitsarbeit gliedern wir in die Arbeitspakete:
1.1.    Aufbereitung Infomaterial
1.2.    Bürgerinfo
1.3.    Windschule
1.4.    Bürgerbeteiligung

Zu 1.1 Aufbereitung Infomaterial
In der Kommunikation sind unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Ziel des Arbeitspaketes ist es, bestehendes Infomaterial zur Aerodynamik, zur geschichtlichen und gegenwärtigen Windnutzung möglichst umfassend zu recherchieren und für den Fall zusammenzutragen. Die Aufbereitung erfolgt für unterschiedliche Zielgruppen. Das Material ist Grundlage für die Kommunikation auf verschiedenen Ebenen und für verschiedene Zielgruppen. Das ausgeführte Informationsmaterial eignet sich für allgemeine Informationen, Öffentlichkeitsarbeit, Bürgerinfo aber auch für die fachliche Auseinandersetzung und insgesamt ist es die Voraussetzung für AP1.3, die Einrichtung der Windschule.

Inhalt:
Recherche zum Infomaterial aus verschiedenen Blickrichtungen, meteorologisch, historische Nutzung, Physik, Aerodynamik und Umwandlung in Kraft und Elektrizität. Das Material wird strukturiert aufgearbeitet und in eine einheitliche, für den Zweck wirkungsvolle, Dokumentation gebracht. Wobei in vielen Fällen auf bestehende Publikationen zurückgegriffen wird.

Ergebnis:
Infomaterial für sämtliche Arbeitspakete im Projekt vorbereitet und geprintet;
Ergänzend zu den Prints wird auch Anschauungsmaterial bereitgestellt.

Zu 2. Bürgerinfo
Die Bürger der Standortgemeinden, aber auch darüber hinaus, erhalten in regelmäßigen Abständen Information über die Hintergründe und Nutzug der Windenergie. Ziel ist es, durch fachliche Information Vorbehalte gegenüber diesem natürlichen Energiepotential abzubauen.

Inhalt:
Allgemeine Informationen zur Windnutzung, Durchführung von Energiewandertagen: an zwei Terminen pro Jahr wird die Bevölkerung zu einer Wanderung eingeladen. An einem möglichen Standort bzw. am Messstandort ist ein Informationsstand aufgebaut. Hier werden Informationen in gesellschaftlicher Atmosphäre ausgetauscht. Die Einladung zum Wandertag wird ebenfalls zur Information über Windkraft genutzt.

Zu 3. Windschule
Ziel der Windschule ist es, die umfangreiche Sammlung an Informationen rund um die Windenergienutzung konzentriert zu vermitteln. Die Windschule ist ein Informationscontainer im Ausmaß von ca. 2,50 m x 8,00 m. Die Windschule wird den umliegenden Schulen zu Lehrzwecken angeboten. Es werden auch Führungen und Unterrichtseinheiten nach terminlicher Vereinbarung angeboten. Darüber hinaus wird die Möglichkeit zur Information an definierten Öffnungstagen bekannt gegeben. In der Planung ist vorgesehen, dass es je nach den Windmessaktivitäten Standort Veränderungen geben kann. Neben Eichenberg, Möggers und Scheidegg kommen auch Standorte wie Hittisau und Sulzberg in Frage.

Zu 4. Bürgerbeteiligung
Ziel des Arbeitspaketes ist es, in einem recht frühen Stadium das Interesse zur Beteiligung, vorrangig in den Standortgemeinden, abzuklären. Die Abklärungen erfolgen in individuellen Gesprächen und nach direkten Interessensbekundungen. Es erfolgt keine aggressive Werbung um die Beteiligung, jedoch wird in der Bevölkerung die Möglichkeit forciert, sich vertieft informieren zu können. Dazu wird eine Ansprechstelle bei der AEE-V eingerichtet.

2. Fachliche Abklärung
2.1.    Klärung Grundstücksfrage
2.2.    Baubewilligung
2.3.    Machbarkeitsprüfung

Zu 1. Klärung Grundstücksfrage
Ziel ist es, an möglichst vielen Standorten die Option zur Errichtung einer Messanlage und in der Folge zur Errichtung einer Windkraftanlage zu erhalten.

Inhalt:
In einer ersten Phase werden an potentiellen Standorten Grundstückserhebungen durchgeführt. Dies inkludiert auch Zufahrt und Leitungsverlegungen. Nach der Klärung der Besitzfrage werden Verhandlungen mit den Eigentümern für einen Optionsvertrag geführt. Der Optionsvertrag sichert dem Projektträger zu, das Grundstück im Falle der Nutzungsoption kaufen zu können. Nach der Vielzahl an Gesprächen und auf Basis der Optionsverträge werden Vorabklärungen für ein Bewilligungsverfahren getroffen. Diese beziehen sich auf die Umwidmungsfrage.

Ergebnis:
10 bis 20 Optionsverträge für potentielle Standorte, Zufahrt und Ableitung

Zu 2. Baubewilligung
Die Errichtung der Messanlage benötigt ein behördliches Bewilligungsverfahren. Dazu ist eine Projektierung der Messung inklusive der oben erwähnten Informationsstelle erforderlich. Die Bewilligung der Messanlage impliziert zum Teil bereits die Projektierung und später erfolgende Errichtung einer Windkraftanlage. Aus diesem Grund ist es in dieser Phase wichtig, eine Behördenladung und Begehung durchzuführen sowie im Vorfelde dazu gute Projektunterlagen zusammenzustellen.
Anmerkung: Diese beziehen sich zwar auf die Windmessung, machen aber auch gleichzeitig die Inhalte für die Anlagengenehmigung deutlich.
Im Vorfelde dazu soll die Bezirkshauptmannschaft und die zuständige Landespolitik vom Vorhaben ausführlich informiert werden.

Ergebnis:
Behördliche Bewilligung der Windmessung

Zu 3. Machbarkeitsprüfung zur Errichtung einer Windkraftanlage
Um Projektierungskosten möglichst gering zu halten, ist es notwendig, möglichst früh ein behördliches Bewilligungsverfahren einzuleiten, um in der Folge in der Lage zu sein rechtzeitig, wenn notwendig, das Vorhaben abzubrechen. Aus diesem Grund soll in einem möglichst frühen Stadium (gleich nach der Bewilligung des Messverfahrens) mit dem Behördenverfahren begonnen werden. Bei der Gestaltung des Behördenverfahrens wird darauf geachtet, dass die lokale Behörde fachlich möglichst umfassend informiert und eingebunden wird und nur dort, wo externe Gutachten notwendig sind, diese beauftragt werden.
Anmerkung: Da die baurechtlichen Rahmenbedingungen länderspezifisch
sind, können behördliche Verfahren anderer Bundesländer inhaltlich und vom Ablauf nicht übertragen werden. Ungeachtet dessen ist es wertvoll, wenn Beispiele durchgeführter Behördenverfahren aus anderen Bundesländern zur Verfügung gestellt werden.

Inhalt:
Erarbeitung eines Konzeptes für das behördliche Verfahren unter Berücksichtigung der politischen und sachlichen Rahmenbedingungen, Begleitung des Behördenverfahrens, Fachgutachten in spezifischen Bereichen wie zum Beispiel Ornithologie und ähnliches sind im Projekt zu berücksichtigen.

Ergebnis:
Abgeschlossenes Behördenverfahren zur Errichtung einer Windkraftanlage.
3. Handlungsfeld Messungen
3.1.    Technische Beratung und Konzept der Messung
3.2.    Vorbereitende Planung der Windkraftanlage

Zu 1. Technische Beratung und Konzept der Messung
Ziel ist es, ein effizientes Messkonzept umzusetzen. Dabei gilt es, die Messungen einerseits kosteneffizient, andererseits qualitativ hochwertig auszuführen. Dabei wird das Ziel verfolgt, dass eine möglichst hohe Sicherheit in der Investitionsentscheidung hergestellt wird. Es sollen Messungen an mindestens vier Standorten erfolgen können (2 Messungen im Gebiet von Eichenberg und Möggers, 2 im Gebiet von Scheidegg).

Inhalt:
Inhalt ist die Errichtung der Messstation, die laufende Betreuung dieser und der Datenauswertung, der Modellierung der Windströmungen samt Ergebnisbericht.

Zu 2. Vorbereitende Planung der Windkraftanlage
Ziel dieser Aktivität ist, auf Basis der zwischenzeitlich bekannt gewordenen Windmessungsergebnissen die technologischen Anforderungen an eine Anlage zu definieren, technische Evaluierungen durchzuführen, Herstellergespräche zu führen und die Kosten zur Umsetzung zu ermitteln. Mit der Kostenermittlung einhergehend wird eine Kalkulation ausgeführt, die eine wirtschaftliche Machbarkeitsprüfung ermöglicht (im Gegensatz dazu wurde im Handlungsfeld „Fachliche Begleitung“ die behördliche Machbarkeit geprüft).

Erwartetes Ergebnis:
Als Ergebnis wird eine Vorprojektierung erwartet, die relativ genau Auskunft über die Investitionskosten und die Ertragssituation ergibt. Diese Kalkulation ermöglicht die Betrachtung der Machbarkeit in wirtschaftlicher Hinsicht. Weiters ist es die Grundlage für die Verhandlungen, Beratungen um Bürgerbeteiligungen im konkreten.


4. Management und Koordination
4.1.    Koordination des Gesamtprojektes, Management und Abrechnung
Dieses Arbeitspaket beinhaltet die laufende Anpassung und Optimierung des Arbeitsprozesses, Steuerung, die Koordinierung der Termine und die Verschriftlichung der Ergebnisse, sowie die Abrechung. Management- und Beratungsleistungen, die den Arbeitspaketen 1-4 zuzuordnen sind, sind hier nicht enthalten.

Resultate

Als Ergebnis wird im Projekt eine abgeschlossene Machbarkeitsprüfung zur Errichtung einer Windkraftanlage erwartet. Diese Machbarkeitsprüfung beinhaltet die abgeschlossenen Verträge mit den Grundeigentümern, die Klärung zur Erschließung und zur Errichtung der Anlage, der durchgeführten Windmessungen und beinhaltet ein durchgeführtes Behördenverfahren im Sinne einer Baubewilligung. Weiters wird als Ergebnis die Gründung einer Errichtungsgesellschaft erwartet. Neben diesen faktischen Ergebnissen wird im Rahmen des Projektes die Windschule eingerichtet und breite Bevölkerungsteile über Windkraft informiert.

Ergebnis demnach: Informierte Region zur Windkraft

Ergebnisse der Windmessung sind online einsehbar: http://winddaten.aeev.at/

Bezug zum Programm

Bei dem Projekt handelt es sich um ein nationales LEADER Projekt. Die Transnationalität ist durch die Beteiligung der LEADER Region Westallgäu zu Stande gekommen. In dem Zusammehang ist zu erwähnen, dass es ein wichtiges Anliegen war, grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten, da es sich um eine beiderseits der Grenze touristische Region handelt und bei der Errichtung solcher Anlagen aufeinander Rücksicht zu nehmen ist.
Für das Projekt ist ein Budget von € 167.500 vorgesehen. Die Förderung aus EU-Mitteln beträgt 60 %. Weitere 20 % werden vom Land Vorarlberg und wiederum  20 % von den Standortgemeinden Eichenberg und Möggers getragen.