Holzkette

Verbesserung der Lieferfähigkeit für regionales Holz durch die Schaffung eines Holzreifelagers für Schnittholz

Projektträger

Regionalentwicklung Vorarlberg eGen

Hof 19

6861 Alberschwende

Kurzbeschreibung

Die Anwendung der regionalen Holzsorten und deren Verarbeitung in der Region sind ein zentrales Anliegen und gleichzeitig Schlüssel für die regionale Wertschöpfung im Bereich der Holzverarbeitung. Aufzeichnungen zeigen, dass in Vorarlberg, trotz ausreichendem Holzvorkommen, größtenteils (über 50%) vorgelagertes Holz aus dem Ausland bezogen und dann erst final verarbeitet wird. Diese Situation hat sich in den vergangenen Jahrzehnten mit steigernder Tendenz entwickelt und wurde durch die fehlende Lieferfähigkeit luftgetrockneter und fertiggetrockneter Schnittware und Konstruktionsholz verursacht. Das fehlende Lager bei den Säge- und Weiterverarbeitungsbetrieben hat dazu geführt, dass kurzfristig benötigtes Halbfabrikate-Holz aus Lagerbeständen anderer Regionen in zunehmendem Maße beschafft werden muss. Der Reifeprozess (Lufttrocknung über mehrere Monate) und teilweise die Produktionsreifetrocknung sind in Vorarlberg weitgehend verloren gegangen. Dieses Glied der Produktionskette Holz gilt es in der lokalen Holzverarbeitungskette zu ergänzen. Das vorliegende Projekt untersucht die Möglichkeit, die Dimensionierung und die Finanzierung eines solchen Vorhabens in Form einer Machbarkeitsstudie. Bei einer Realisierung können bis zu 10 dauerhafte Arbeitsplätze entstehen und die regionale Wertschöpfung generell deutlich erhöht werden. Zusätzlich eröffnet ein solcher Prozessschritt mehr Kontinuität und Preisstabilität im Rundholzabsatz. Dies hat positive Auswirkungen auf die Waldbewirtschaftung und damit auf das Einkommen der vielen kleinen Waldbesitzer im ländlichen Raum.

Ausgangslage

Die holzverarbeitenden Betriebe in Vorarlberg importieren 60% ihres Rohstoffes Holz für die weitere Bearbeitung. Dies ist einigermaßen verwunderlich, zumal Vorarlberg ausreichend Holz- bzw. Waldvorräte besitzt und den jährlichen Holzzuwachs nur zu ca. zwei Drittel nutzt. Dies war nicht immer so. Aus regionalwirtschaftlicher Sicht ist hier eine Fehlentwicklung eingetreten. Bei der Suche nach Ursachen stößt man auf eine gravierende Lücken in der Holzverarbeitungskette. So stellt man fest, dass der Verarbeitungsprozess vom Forst zum Lohnschnitt (Säge) gut organisiert ist, der Absatz von Schnittholz, vielfach auch Export, ebenfalls funktioniert. Eine eindeutige Lücke besteht in dem Prozess des Holzreifelagers. Um eine ausreichende Holzqualität zu erhalten, benötigt das Holz nach dem Schneidevorgang eine Lagerung mit Lufttrocknung über mehrere Monate (je nach Qualitätsanspruch). Anschließend macht es Sinn, das Holz maschinell – entsprechend den Anforderungen – nach zu trocknen. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen fehlt dieses Holzreifelager sowohl bei den Sägebetrieben als auch bei den Verarbeitungsbetrieben. Die Fehlentwicklung ergab sich aufgrund der durchaus kleinstrukturierten Sägebetriebe und Verarbeitungsbetriebe (diese Struktur ist grundsätzlich sehr positiv und birgt viele Vorteile, jedoch….) und vor Allem wegen des fehlenden Kapitals für die Vorratshaltung. Aufgrund der Tatsache, dass Schnittholz ein sehr konstanter und werthaltiger Rohstoff darstellt, liegt der Schluss nahe, dass sich der lokale Rohstoff Holz wegen der Werthaltigkeit für eine gute Kapitalanlage eignet (anstelle von nicht überschaubaren Finanzmarktaktien). Um diese Annahme zu erhärten und eine Verbesserung der lokalen Wirtschaftskreisläufe zu ermöglichen, ist es notwendig, die technischen, organisatorischen Anforderungen an ein Holzreifelager und die Möglichkeiten für eine Kapitalanlage auf Machbarkeit zu überprüfen.

Ziele/Wirkung

Ziel des Projektes ist es, Maßnahmen einzuleiten, die dazu beitragen, dass die Wertschöpfung der Verarbeitungskette Holz durch fehlende Prozessschritte gesteigert wird. Die Steigerung lokaler Wertschöpfung bedeutet auch gleichzeitig eine Steigerung des Arbeitsplatzangebotes und Einkommens der vielen Kleinwaldbesitzer. Das Projektvorhaben konzentriert sich auf die Machbarkeitsprüfung zur Ergänzung des Prozessschrittes Holzreifelager in der Kette der Holzverarbeitung. Ziel ist es, eine klare Aussage darüber zu erhalten, welche Möglichkeiten zur Ergänzung des Prozessschrittes gegeben sind, welche Maßnahmen zur Umsetzung notwendig sind und wie deren Umsetzung im Sinne der Machbarkeit eingeschätzt wird. Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, die Finanzierung eines weiterführenden Planungsprojektes sicherzustellen und die Umsetzung eines derartigen Vorhabens, im Falle eines positiven Ergebnisses, zu ermöglichen.

Inhalte

Resultate

Ergebnis des Projektes ist die dargelegte Machbarkeitsprüfung unter Einbezug wichtiger Stakeholder der Wertschöpfungskette Holz. Zudem wird als Ergebnis ein Organisations- und Businessmodell als Grundlage für die weitere Planung erwartet. Dieses Businessmodell beinhaltet auch die Finanzierung des (geschätzten) Anlagevermögens und des Umlauflagerbestandes. Das Erwartete Ergebnis zeigt auch Möglichkeiten auf, wie die weitere Planung und Umsetzung finanziert werden kann.

Bezug zum Programm

Das Projektvorhaben entstand bereits in der Phase der LES2020 lebendige Dörfer Vorbereitung. Akteure aus dem Bereich der Holzwirtschaft haben dieses Anliegen der Regionalentwicklung vorgetragen und die im Projekt beschriebene Lücke aufgezeigt. Aus diesem Grund wurde das Projekt auch in der LES wörtlich erwähnt. Das geplante Vorhaben ist jedoch relativ groß und überschreitet den im LEADER-Programm möglichen finanziellen Förderrahmen. Aus diesem Grund soll im Rahmen eines LEADER-Projekts ein Detaillierungs- und Umsetzungsprojekt ermöglicht werden. Im Projektvorhaben wird die Machbarkeit untersucht und damit eine Basis für ein zukünftiges Projekt gelegt.

Die Firma Telesis hat den Auftrag zur Umsetzung des Projektes erhalten

Projektzeitraum: 01.09.15 - 31.08.17