Engagement

Initiativen übergreifende Kooperationen zur Stärkung und Förderung des bürgerschaftlichen Engagements

Projektträger

Lebenshilfe Vorarlberg GmbH

Gartenstraße 2

6840 Götzis

Kurzbeschreibung

Bürgerschaftlich Engagierte sind eine unschätzbar wertvolle Unterstützung für jede Gesellschaft und jede Organisation, so auch für die Lebenshilfe Vorarlberg. Wie manch andere soziale Organisation ist die Lebenshilfe bei der Erbringung von Dienstleistungen zunehmend auf das ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern bzw. Vereinen angewiesen. Ein Grund hierfür liegt insbesondere in der steigenden Nachfrage nach individuellen Dienstleistungen, in der Regionalisierung der Angebote und in den knapper werdenden Ressourcen.

Um zu gewährleisten, dass bürgerschaftliches Engagement in der Betreuung von Menschen mit Behinderung und besonderem Unterstützungsbedarf auch in Zukunft sichergestellt ist, gilt es, einerseits günstige Strukturen und Rahmenbedingungen in den Gemeinden zu schaffen und andererseits interne Prozesse und Arbeitsabläufe in den Sozialeinrichtungen so zu gestalten, dass Vereine und ehrenamtlich Tätige Unterstützung erfahren. Schließlich wird anhand eines Kriterienkataloges überprüft, welche Strukturen, Rahmenbedingungen und Prozesse für diese Entwicklung notwendig sind.

In zwei Regionen - dem Leiblachtal und dem Bregenzerwald - wird beispielhaft ein Konzept für nachhaltige Kooperationen erarbeitet. In diesen Pilotregionen werden Koordinationsstellen geschaffen, die den sozial und ehrenamtlich Engagierten zur Verfügung stehen. Der dabei entstehende Erfahrungsschatz wird auch anderen Regionen zur Vefügung gestellt.

Ausgangslage

Bürgerschaftliches Engagement nimmt in der heutigen Gesellschaft einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Jede Person, die sich bürgerschaftlich engagiert, leistet einen Beitrag zu einer Gesellschaft, die auf Vertrauen und Solidarität, Eigeninitiative und Verantwortung setzen kann. Darüberhinaus stellt bürgerschaftliches Engagement einen Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung und zur Steigerung der Lebensqualität unserer Gesellschaft dar und bildet eine wertvolle Basis, das gesellschaftliche Zusammenleben in den Dörfern attraktiver zu machen und die Dorfgemeinschaft zu beleben.

Der Verein Lebenshilfe Vorarlberg ist eine private Selbsthilfeorganisation, die von Angehörigen von Menschen mit Behinderungen und sozial engagierten Personen gegründet wurde. Bürgerschaftliches Engagement hat beim Verein Lebenshilfe Vorarlberg eine lange Tradition. Zum einen gilt es als zentrales Element im Bereich der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen. Darüberhinaus unterstützt und ergänzt Freiwilligenarbeit das Dienstleistungsangebot der Lebenshilfe Vorarlberg. Schließlich trägt bürgerschaftliches Engagement zu einer höheren Akzeptanz und gesellschaftlichen Anerkennung der Anliegen der Menschen mit Behinderungen bei.

Ziele/Wirkung

Eine wichtige Voraussetzung für ein funktionierendes bürgerschaftliches Engagement ist eine dauerhafte Begleitung, Unterstützung und Koordination der Tätigkeiten. Ehrenamt und Freiwilligenarbeit sollen in Kooperation mit hauptberuflich erbrachter Dienstleistung zum Einsatz kommen.

Um zu gewährleisten, dass bürgerschaftliches Engagement in der Betreuung von Menschen auch in Zukunft sichergestellt ist, gilt es, entsprechende Strukturen und Rahmenbedingungen zu schaffen, sowie interne Prozesse und Arbeitsabläufe offen zu gestalten. Auf diese Weise sollen Vereine und Ehrenamtliche in der Ausübung ihrer Tätigkeiten unterstützt, gefördert und entlastet und zu einer nachhalten Entwicklung und Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen in ländlichen Gebieten beitragen können.

Inhalte

Mit dem Projekt wird ein allgemeiner Kriterienkatalog entwickelt, der für alle Vereine als Selbstevaluierungsinstrument verwendet werden kann und anhand dessen es möglich ist, zu überprüfen, welche Strukturen, Rahmenbedingungen und Prozesse notwendig sind, damit ehrenamtliches bzw. freiwilliges Engagement unterstützt, gefördert und entlast werden kann.

Weiters wird im Rahmen des Projektes beispielhaft in zwei Regionen (im Leiblachtal und im Bregenzerwald) ein nachhaltiges Konzept zur Unterstützung und Förderung von bürgerschaftlichem Engagement für die Zielgruppe Menschen mit Behinderungen entwickelt. So sollen in den Pilotregionen zwei Koordinationsstellen geschaffen werden, die Vereine und Ehrenamtliche, die im sozialen Dienstleistungsbereich tätig sind, unterstützen, fördern und entlasten.

Ein besonderes Augenmerk wird im Sinne der Nachhaltigkeit darauf gelegt, die Projektergebnisse auch auf andere Regionen der Lebenshilfe Vorarlberg übertragen zu können. Darüberhinaus ist das Projekt darauf fokussiert, das aufgebaute Know-how auch für andere Zielgruppen anwendbar zu machen.

Resultate

  1. Ein allgemeiner Kriterienkatalog für erfolgreiches Bürgerschaftliches Engagement ist erstellt. Dieser dient Vereinen als Hilfsinstrument, Strukturen und Rahmenbedingungen zu erarbeiten, dass Ehrenamtliche in ihrem Engagement entlastet werden. Dieser kann von Vereinen als Selbstevaluierungsinstrument verwendet werden.
  2. In den Regionen Leiblachtal und Bregenzerwald sind zwei personell besetzte Koordinierungsstellen geschaffen, welche durch die Bereitstellung von optimalen Rahmenbedingungen und Strukturen das Ehrenamt unterstützen.
  3. Um maximale Synergieeffekte erzielen zu können wird angestrebt, die Dienstleistungen der Koordinierungsstelle auch für andere tätigen Organisationen und deren Ehrenamtliche anzubieten. Weiters wird beabsichtigt, mit bestehenden Strukturen im Leadergebiet zu kooperieren und diese gegebenenfalls zu nutzen.
  4. Ein schriftliches Konzept (Strategiepapier) zur Aktivierung von Ehrenamtlichen und Freiwilligen ist entwickelt.
  5. Die regionsübergreifende Vereinsstruktur sowie die organisationelle Struktur der Lebenshilfe Vorarlberg gGmbH ist inhaltlich und rechtlich so gestaltet, dass Bürgerschaftliches Engagement in deren Ausübung unterstützt und gefördert wird, um so zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen
  6. Differentierte Angebotsformen für Bürgerschaftliches Engagement sind entwickelt und in einem schriftlichen Dokument zusammen gefasst.

Bezug zum Programm

LES 4.4 Soziales und Gesellschaft:
4.4.1 Ziele: Gleichstellung von Frauen; Jugend; Alter; Personen anderer Kulturkreise und deren Integration

4.4.2 Strategie: Mit der gezielten Auseinandersetzung zu den Gleichstellungsthemen sollen Strukturen geschaffen werden, die eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums im Sinne der Lebensqualität weiter sichern und ausbauen.

4.4.2 Strategie: Es werden Initiativen gestartet, die dazu führen, dass das Ehrenamt nicht überstrapaziert, Vereine bzw. deren Funktionäre entlastet werden und die Vereinstätigkeit in den Dörfern als gesellschaftlicher Impuls erhalten bleibt. Zudem soll ortsübergreifende Vereinsarbeit Unterstützung finden.

4.4.3 Angestrebte Resultate: In mehreren Fällen sind gemeindeübergreifende Einrichtungen geschaffen, die das Vereinsleben und das Ehrenamt in ihrer Ausübung unterstützen und zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.