nena

NENA - Network Enterprise Alps

Projektträger

Regionalentwicklung Vorarlberg Verein

Hof 19

6861 Alberschwende

Kurzbeschreibung

Die Absicht von NENA ist es, ein alpenweites Netzwerk für KMUs aufzubauen. Aufgaben des Netzwerks sind hierbei einen Know-how Transfer und Kooperationen zu initieren, Ausbildungsmöglichkeiten anzubieten und Image steigernde Maßnahmen zu setzen. NENA trägt dazu bei, bestehende Kooperationspotentiale durch Mobilisierung von Synergien zwischen unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen zu steigern. Das Projekt wurde von der Alpenkonvetion CIPRA als Idee lanciert und in der Folge ein Projektkonsortium mit der Autonome Provinz Bozen, Chambre de Commerce et d'Industrie Lyon; Regione Piemonte; Posoški razvojni; Energieagentur Judenburg-Knittelfed-Murau; Tiroler Zukunftstiftung; CIPRA International gebildet. Auf Grund der Erfahrungen im Holzbau (Holzbau Kunst CIPRA Preisträger in Zukunft in den Alpen) und der transnationalen Projekterfahrung wird Vorarlberg als Leadpartner gewählt.

Zentrales Anliegen des Projektes: Ein Fachnetzwerk der kleinen und mittleren Unternehmen auf dem Sektor energieeffizientes, nachhaltiges Bauen aufzubauen, um Wettbewerbsvorteile in Sachen Know-how zu erreichen. Dabei sollen die lokalen Betriebe im Alpenraum durch strategische Maßnahmen gestärkt werden. Mehr Informationen zum Projekt und dessen Hintergründe finden Sie auf der Webseite des NENA-Projekts.

Bereits kurz nach Projektende hat sich das Konsortium (Mitgliederversammlung) für ein weiteres transnationales Projekt beworben. Das Projekt ENERBUILD ist aktuell in Ausführung und wird von der Koordinationsstelle NENA im Bereich Know-how Austausch und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Im Rahmen des ENERBUILD Projektes positioniert sich das gegründete NENA-Netzwerk als Plattform von Expertenorganisationen und SME’s im Umfeld des energieeffizienten und ökologischen Bauens.

Ausgangslage

Der Alpenraum zeichnet sich als kleinstrukturierter Raum aus. Kleinstrukturiert ist auch das Handwerk, insbesondere das Bauhandwerk, das sich historisch in den einzelnen Talschaften entwickelt hat. Im Gegensatz zu anderen europäischen Gebieten sind im Alpenraum Klein- und Kleinstunternehmen im Baubereich tätig. Diese Betriebe stellen einen wichtigen Beschäftigungsfaktor dar. Es ist daher wichtig, Strukturen zu entwickeln, dass diese Unternehmen im Wettbewerb bestehen können. Immerhin stehen sie gerade im Bausektor vor der Herausforderung einer rasanten Produktentwicklung in Richtung Nullenergiehaus. Das von CIPRA initiierte Projekte NENA soll dazu beitragen, dass im Alpenraum Know-how-Transfer-Strukturen entstehen. Mit der Steigerung der Nachfrage nach qualitativen Bauen einerseits und mit der Vermittlung von Wissen andererseits soll die Leistungsfähigkeit der angesprochenen Betriebe im Alpenraum erhalten bleiben.

CIPRA ist jene Organisation, die die Alpenkonvention und der Fortschreibung betreut. Die Kooperationspartner sind Länder, Regionen und Gemeinden, also durchwegs öffentliche Institutionen. Mit dem Vorstoß durch das Projekt NENA soll eine Nachhaltigkeitsbewegung unter den Betrieben initiiert werden. Das NENA Projekt soll diese Vision unterstützen und eine Ausgangsbasis für betriebliche Kooperationen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung im Alpenraum einsetzen, schaffen. Diesen Gedanken haben sich 11 Regionalentwicklungsstellen und Clusterorganisationen der 7 Mitgliedsstaaten angeschlossen und gemeinsam das Projektvorhaben definiert. Da Vorarlberg im Bausektor eine führende Stellung einnimmt, wurde Vorarlberg in der Funktion des Leadpartners gewünscht.

Ziele/Wirkung

Ziel des Projektes ist es, die Erfordernisse zum Know-how-Transfer zu ergründen, ein nachhaltiges Netzwerk zur Wissensverbreitung zu implementieren und Methoden zur Definition von Qualität und qualitativen Bauens zu entwickeln und pilothaft anzuwenden.
In Vorarlberg sollen im Rahmen des Projektes, die Lehrlingswochen der Zimmererlehrlinge unterstützt werden und damit die Kooperation zwischen den beteiligten Betrieben für eine verstärkte gemeinsame Ausbildung, forciert werden. Weiters soll die bereits bestehende Kooperation der Holzbauer in Vorarlberg gestärkt und ausgebaut werden. Es sollen mit dem Projekt die Umstrukturierungsmaßnahmen unterstützt und die Holzbaukunst neu positioniert werden. Darüber hinaus beteiligt sich Vorarlberg an der Entwicklung des transnationalen Netzwerkes für den Know-how-Austausch bzw. ein Netzwerk von Experten für gezielte Beratungsleistung.

Inhalte

Konzertierte Umsetzung von Pilotaktionen in den beteiligten Regionen und Entwicklung eines alpenweiten Netzwerkes für KMU’s, fokussiert auf die Wertschöpfungskette Holz, Erneuerbare Energie, Energieeffizienz Passivhaus.

Schwerpunkte Vorarlberg
Sonderausbildungsprogramm mit grenzüberschreitender Beteiligung (Jugend), Wettbewerbe mit neuen Ansätzen (Weiterentwicklung Holzbaupreis), Sonderlehrgang Passivhaus, Faktor 10 Aktivitäten (Zusammenarbeit der Betriebe), verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energieträgern, Holzursprungszertifizierung

Resultate

Mehrwert für Vorarlberg:
Vorarlberg ist in vielerlei Hinsicht Vorbild und kann sich im transnationalen Netzwerk und damit am Markt durch das Projekt gut positionieren. Vorarlberg kann aber auch Vieles von den Partnern übernehmen (lernen): die angesehene Fachhochschule für Holzbau, entwickelt für und mit den Partnern einen Meisterstudiengang „Innovativer Holzbau“, Piemont erarbeitet Methoden zur Optimierung des Komponentenbaus und der Prozessoptimierung im Holzbau, Tirol konzipiert das Modell des Innovationsassistenten für KMU´s, CIPRA ist eines der angesehensten Informationsnetzwerke im Alpenraum und damit in der Lage Vorarlberg nachhaltig und für KMU´s vorteilhaft zu positionieren. Neben diesem starken Marketingvorteil profitiert Vorarlberg durch die Beteiligung mehrerer Bundesländer in der Umsetzung der Holzursprungszertifizierung (30% Steigerung Schnittholz aus dem Land = 100 Arbeitsplätze!) Durch die Beteiligung an den Programmen zur Energieeffizienz ,  Passivhaus und Faktor 10 entsteht eine weit größere öffentliche Wirkung und höhere Effizienz durch den gemeinsamen Auftritt, die parallelen und gemeinsamen Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energie bringen Synergien und Effizienzsteigerungen im Verhältnis zu den eingesetzten Ressourcen und finanziellen Mittel. Vorarlberg profitiert durch die Projektbeteiligung.

Vorarlberger Teilergebnisse aus NENA
Ökostrom-Sensibilisierung als Investitionsmodell
Im Rahmen von NENA wurde dieses Ökostrom-Investitionsmodell entwickelt. Mit dieser Entwicklung gingen Mitgliederschulungsmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit für den Ökostrom überein. Das Investitionsmodell, die Ökostrombörse, ermöglicht es privaten Stromverbrauchergruppen eine Produktionsgemeinschaft zu bilden. Mit dem Instrument soll die Investitionstätigkeit in Produktionsanlagen zur Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Ressourcen massiv unterstützt werden.
Zukünftig soll durch ein Bürgerbeteiligungsmodell der Ausbau von  Solarstromanlagen weiter beschleunigt werden. Dies ermöglicht auch Personen, die keine eigene Dachfläche haben, sinnvolle und ökologische Vorsorge für eine gesicherte Stromversorgung zu treffen.
Objektbesitzer stellen ihre Südflächen für die Errichtung von Fotovoltaik-Anlagen zur Verfügung. Die Stromkunden finanzieren über eine projektbezogene Mehrzahlung zu ihrem Stromverbrauch einen Besitzanteil an der Gemeinschaftsanlage. Die Erneuerbare Energie Vorarlberg, ein gemeinnütziger Verein, stellt sich als Vermittler und Treuhänder zur Verfügung und schließt mit den Objektbesitzern entsprechende Flächennutzungsverträge. Die Besitz- und Rechtsverhältnisse sind dabei über einen standardisierten Gesellschaftsvertrag vorgegeben. Im Zuge des NENA Projektes wurden alle für die Umsetzung erforderlichen Schritte entwickelt und in einer Pilotgemeinde umgesetzt.
Web: http://www.oekostromboerse.at

Evaluation Gesamtökologie von öffentlichen Bauten
Als weiteres Teilergebnis stellte die Arbeitsgruppe “Evaluation von Öffentlichen Bauten” ein System vor, das es, angelehnt an das Bewertungssystem für ökologisches Bauen im Wohnungsbau, ermöglicht, eine Kennzahl zu ermitteln, die einen eindeutigen Hinweis zur Gesamtökologie des Objektes darstellt. Damit eignet sich dieses System auch als förderpolitisches Instrument im Zusammenhang mit der öffentlichen Bedarfszuweisung.
Dr. Karl Torghele betont, dass es dadurch bereits in der Ausschreibung zum Wettbewerb möglich ist, eindeutige ökologische Kriterien vorzugeben. Der Architekt hat im Rahmen des Wettbewerbes darzulegen, in wieweit er mit seinem vorgeschlagenen Konzept und Maßnahmen diese erreicht. Damit wird sichergestellt, dass bereits in der Vorentscheidungsphase ökologische Kriterien wie z.B. verkehrstechnische Anbindung, Heizsysteme, Energieeffizienzmaßnahmen, Maßnahmen zur passiven Energiegewinnung, Waldbau-Materialien, Raum- und Luftqualität berücksichtigt werden.
Absolut neu und von großem Nutzen wird es sein, dass dieses Instrument den öffentlichen Bauherren ermöglicht, wettbewerbsgerechte Vorgaben bei den öffentlichen Ausschreibungen zu machen. Es ist anzunehmen, dass diese ökologischen Vorgaben positiven Einfluss auf die Nutzung regionaler Ressourcen haben werden. Das Instrument ist eine wertvolle Methode nachhaltiges Bauen im Alpenraum zu sichern.
Web: http://www.energieinstitut.at/

Bezug zum Programm

NENA, ein Projekt zum  Interreg III B “Alpine Space” Programm