ENERBUILD

ENERGY Efficiency and Renewable Energies in the BUILDing Sector

Projektträger

Regionalentwicklung Vorarlberg Verein

Hof 19

6861 Alberschwende

Kurzbeschreibung

Das Projekt enspricht den Zielsetzungen des EU-Alpenraumprogramms: „Strengthening Innovation capabilities of SME’s, - creating an appropriate environment for the development and fostering stable cooperation between research and development centers and SME’s” und wird zu 75% aus dem Programm finanziert. Im Kern geht es um die lokale Weiterentwicklung des Know-hows im ökologischen Bauhandwerk zur nachhaltigen Sicherung des Erwerbzweiges und der Arbeitsplätze.
Bei einer groben Analyse des Marktes zeigt es sich, dass das Thema Niedrigenergiehaus in Zukunft eine große Rolle spielen wird. Es ist mit Recht anzunehmen, dass jene Betriebe, die über diesbezügliches Know-how verfügen im Vorteil sein werden.

Im Kern werden bessere Rahmendbedingungen für KMU’s und Kooperationen im Bereich energieeffiziente Gebäude geschaffen, Öffentlichkeitsarbeitsarbeit verstärkt, Ausbildungsgrundlagen verbessert, Killerargumente im Bereich des Passivhauses beseitigt, Entscheidungsmethoden für ökologisches Bauen bei öffentlichen Bauten implementiert, öffentliches Interesse an energieeffizienten und Energie produzierenden Gebäuden geweckt, Wissen zum Thema „Gebäude integrierte Energieproduktion“ aufbereitet, bessere Rahmenbedingungen bzw. Instrumente in Bezug auf die Finanzierung solcher Anlagen eingerichtet und Kooperationen und Clusterbildung initiiert.
Das Projekt wird im Sept.2009 gestartet. In Vorarlberg konnten Lerneinheiten zum energieeffizienten und ökologischen Bauen für die Berufsschule und Bauhandwerkerschule entwickelt werden; Langzeitmessungen bei der Wohnanlage Hefel in Lauterach durchgeführt und das Nutzerverhalten bei gleichen Bedingungen festgestellt werde; Es konnte ein Durchbruch in der Ökologischen Bewertung von öffentlichen Bauten erziehlt werden (KGA in Vorarlberg). Mit der Forcierung des 100% Ökostromproduktes und der Weiterentwicklung der Ökostrombörse ein weiterer Schritt in Richtung Energieautonomie gesetzt werden. Die Präsentation des 1.Passivhauses in Wistler im Österreichhaus anlässlich der Olypiade hat neue Geschäftsbeziehungen eingebracht und die Position des lokaln Bauhandwerks gestärkt.

Ausgangslage

Die Regionalentwicklung hat sich zum Ziel gesetzt, Aktionen zu initiieren die  zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Steigerung der Beschäftigung beitragen. Im Interesse und in Kooperation der Mitglieder werden Projekte entwickelt und die Finanzierung dazu organisiert. Es handelt sich um Projekte, die im öffentlichen Interesse und auf Kooperationen angelegt sind, die zu verbesserten Rahmenbedingungen für die heimischen Betriebe führen. Strukturförderprogramme der EU und des Landes bilden in den meisten Fällen die Basis für die Umsetzung.
Das Alpenraumprogramm bot mit seiner Programmstrategie: „Strengthening Innovation capabilities of SME’s, - creating an appropriate environment for the development and fostering stable cooperation between research and development centers and SME’s” einen geeigneten Ansatz zur Entwicklung und Finanzierung eines derartigen Kooperationsprojektes.

Thematischer Ansatz:
ESAP-Buildings = Energy Saving And Producing Buildings

Aus Sicht des Marktes:
Bei einer groben Analyse des Marktes zeigt es sich, dass das Thema Niedrigenergiehaus in Zukunft eine große Rolle spielen wird. Es ist mit Recht anzunehmen, dass jene Betriebe, die über diesbezügliches Know-how verfügen im Vorteil sein werden.
Die Baubranche ist ein wesentlicher Arbeitgeber in der Sparte Handwerk und Gewerbe. Die kleinen Unternehmen stehen zunehmend im Wettbewerb zur Fertigbauindustrie aus den nördlichen und östlichen Ländern Europas. Im Alpenraum dominiert das Handwerk. Alleine in Südtirol sind im Durchschnitt 62% der Arbeiter, Angestellten und Selbständigen in einem Handwerksbetrieb beschäftigt. Bei einer Beschäftigungszahl von insgesamt 170.500 sind über 10% der Beschäftigten (unselbständigen) im Bauwesen tätig. Der Anteil der tätigen Handwerksbetriebe im Baubereich ist in Vorarlberg anteilsmäßig noch höher.
Zur Marktentwicklung: Marktstudien zufolge (Forschungsprojekt „Haus der Zukunft 2008“) schreibt dem  Niedrigenergiehaus jährliche enorme Zuwachsraten zu. So werden allein in Österreich ausgehend vom Jahr 2006 mit 1.600 Passivhäusern, 2010: 11.000, 2016: 105.000 und 2020: 262.000 Objekte errichtet sein. Dies bedeutet, dass bis 2020 185 Mio. m² Niedrigenergiestandard-Wohnflächen neu errichtet wird. Bei  € 2.000 pro² ergibt dies ein Investitionsvolumen von € 370.000.000.000,-.
Auf Grund der Betriebsstruktur (Baubrache kleinstrukturiert) ist das Projekt Alpenraum spezifisch. Die länderübergreifende Zusammenarbeit bietet Ansatz zur Nutzung von Synegien und bietet für die Zukunft ein großes Potential in der Zusammenarbeit.

Hinweis: Eine Vielzahl unterschiedlicher Labels, viele parallele Entwicklungen deutet auf ein hohes Potential hin. In der Vorstandssitzung der Regionalentwicklung Vorarlberg vom 11.12.2008 wird das Engagement in das Projekt beschlossen.

Ziele/Wirkung

Übergeordnetes Ziel ist es, einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Baubranche im Alpenraum zu leisten. Dies soll durch die Vermittlung von Know-how hinsichtlich Energieeffizienz und Energieproduktion am Bau erfolgen. Die Folge daraus soll beitragen, die Attraktivität des Alpenraumes durch hohe Wohnqualität weiter auszubauen.

Direkte Projektziele:

  • verbessertes Angebot in der Ausbildung sicherstellen
  • öffentliches Interesse an energieeffizienten und Energie produzierenden Gebäuden wecken
  • Kooperationen und Clusterbildung fördern

Inhalte

Im Kern werden bessere Rahmendbedingungen für KMU’s und Kooperationen im Bereich energieeffiziente Gebäude geschaffen:

  • Öffentlichkeitsarbeitsarbeit verstärkt,
  • Ausbildungsgrundlagen verbessert,
  • Killerargumente im Bereich des Passivhauses beseitigt
  • Entscheidungsmethoden für ökologisches Bauen bei öffentlichen Bauten implementiert,
  • öffentliches Interesse an energieeffizienten und Energie produzierenden Gebäuden geweckt,
  • Wissen zum Thema „Gebäude integrierte Energieproduktion“ aufbereitet
  • bessere Rahmenbedingungen bzw. Instrumente in Bezug auf die Finanzierung solcher Anlagen eingerichtet
  • Kooperationen und Clusterbildung initiiert


Arbeitspaket2 - Projekt Management
Hier bedarf es der Dokumentation der Projektabläufe, der Schaffung neuer Kooperationen und Maximierung der Projekterfolge aus Sicht des Projektmanagements, der Organisation transnationaler Expertengruppen und der Dokumentation der Ergebnis. Es sind 6 Seminare zu organisieren, welche sich über mehrere Tage erstrecken und 24 Sitzungen mit den Expertengruppen bzw. mehrere öffentliche Veranstaltungen. Des weiteren bedarf es der kontinuierlichen und transparenten Dokumentation finanzieller Transaktionen. Sowohl transnationale Aktivitäten als auch lokale sind davon umfasst.

Arbeitspaket 3 - Information und Öffentlichkeitsarbeit
Dieses Arbeitspaket beinhaltet die PR-Arbeit. Es geht um die inhaltsbezogene Bewusstseinsbildung durch die Erstellung von Informationsmaterial und die Durchführung öffentlicher Veranstaltungen für energieeffiziente und Energie produzierende Gebäude. Auch die Erstellung und Betreuung der obligatorischen Projekthomepage fällt in dieses Arbeitspaket.

Arbeitspaket 4 - Ausbildung
Die Analyse der Ausbildungsanforderungen setzt sich aus mehreren Initiativen und Aktivitäten zusammen:
Lokale Teammitglieder stellen in Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Lehrkörper für die Berufsschule den Stand der Ausbildung im Themenumfeld energieeffizientes und produzierendes Gebäude fest. Dies erfolgt ebenfalls im Bereich der höheren Berufsschulen und auf der Ebene der akademischen Ausbildung. Die Erkenntnisse werden in der Expertengruppe transnational zusammengetragen und in Vergleich gestellt. Vertreter des Expertenteams „Ausbildung“ tragen die Kenntnisse den Vertretern der Arbeitsgruppen aus Arbeitspaket 5, 6 und 7 vor. Diese Gruppen unterbreiten dann Vorschläge, welche Elemente und Erkenntnisse aus der Wissenschaft in die Lehre übernommen werden sollten.
Aufbauend auf diesen Vorschlägen werden Lehrmodule entwickelt und den Lehrinstituten als Vorschlag zur Verfügung gestellt. Ziel dabei ist es, in mehreren Fällen die Lehrmodule auf verschiedenen Ebenen zu etablieren. Im Bereich der überbetrieblichen kooperativen Ausbildung im Handwerk ist daran gedacht, entsprechend dem Beispiel „Holzbau-Zukunft“, überbetriebliche Ausbildungen speziell auf dem Energiesektor anzubieten und das berufsübergreifend, z.B. Maurer, Zimmerer, Installateure, Elektrolehrlinge, Heizung / Sanitär, usw.
Für die akademische Ausbildung ist es notwendig, Personen aus der Wissenschaft mit der Ausarbeitung zu betrauen. Diese Personen werden im Rahmen des Projektes eingeladen, den aktuellen Stand zu den Erkenntnissen zusammenzutragen und mit dem Angebot zu vergleichen. Die in dem Umfeld tätigen Institute werden über die Ergebnisse informiert und es wird ihnen Unterstützung in der pilotmäßigen Umsetzung im Rahmen des Projektes geboten.

Schwerpunkt Vorarlberg
In Arbeitspaket 4 bedarf es der Entwicklung von Lernmodulen für die Berufsschule (Dornbirn, Bludenz) und die Bauhandwerkerschule (Rankweil) im Themenzusammenhang. Zudem sollen berufsbegleitende Seminarangebote entwickelt und angeboten werden. Zentrales Ziel dabei ist, die Gewerbetreibenden im Umfeld des ökologischen, energieeffizienten und Energie produzierenden Bauens zu unterstützen und weiter zu qualifizieren. Sonderausbildungswochen für Lehrlinge werden berufsübergreifend im Themenumfeld Energie entwickelt und umgesetzt. Zudem werden universitäre Ausbildungsmodule entwickelt und implementiert (Innsbruck, Rosenheim).

Arbeitspaket 5 – Auswertung, Prüfung
Die Expertengruppe erarbeitet eine effiziente Vorgehensweise zur Erfassung und zum Vergleich der verschiedenen momentan existierenden Labels. Dabei wird ein Grobvergleich der bekanntesten Labels angestrebt. Dabei sollen die europäischen Kriterien als Maßstab für die einzelnen Labels dienlich sein. Sinnvollerweise bestimmt die Expertengruppe eine Institution und beauftragt diese zur Zusammenstellung, welche in der Folge von den weiteren Partnern ergänzt wird. Ein Institut übernimmt die Zusammenfassung der Studien, der bisherigen Erkenntnisse im Sinne des Projektes. Ergänzende Untersuchungen wie z.B. Befragungen oder der Gleichen werden im Expertengremium methodisch ausgearbeitet und in der Folge zur Umsetzung im Detail geplant. Der Expertengruppe bleibt es überlassen, weitere Personen in die Arbeit mit einzubeziehen bzw. diesbezüglich zu beauftragen. Generell soll angestrebt werden, dass das Projekt ENERBUILD auch Chancen der Zusammenarbeit mit universitären Einrichtungen eröffnet. Dies setzt voraus, dass ausgehend von der Arbeitsgruppe Aufgabenstellungen an derartige Institutionen erfolgen. Im Projektkonzept ist vorgesehen, dass pro teilnehmende Region 5-10 Objekte für die Untersuchung ausgewählt werden. Dabei handelt es sich um Objekte, die in den letzten drei Jahren entstanden sind. Es handelt sich um Ein- und Mehrfamilienwohnbauten (keine öffentlichen Bauten, diese sind im WP6 abgedeckt). Das Expertenteam einigt sich auf die Arbeitsmethode, auf die Dokumentation der Ergebnisse, die vergleichenden Standards und auf das ausführende Team. Es ist angebracht, dass ein transnational besetztes Team bestehend aus Untersuchungsexperten die Messungen in allen Regionen durchführen. Weiters zu berücksichtigen ist, dass Teilnehmer der Expertengruppe für Fachvorträge zur Verfügung stehen. Es ist geplant, dass mindestens drei Großveranstaltungen im Rahmen des Projektes durchgeführt werden. Dort sind Präsentationen und Arbeitsgruppenforen zu jedem Arbeitspaket vorgesehen. Dies gilt dementsprechend für alle WP’s.

Vorarlberger Schwerpunkt
Schwächen-Stärkenanalyse von neuen Passive- und Niedrigenergiegebäuden.
Ein transnationales Team wählt bestehende Passivhäuser aus und untersucht diese wissenschaftlich auf deren Effizienz hin (werden die Werte, die versprochen wurden auch eingehalten). Die daraus abzuleitenden Ergebnisse sind voraussichtlich lehrreich und werden zur Vermittlung in die Lehrmodule vom transnationalen Team eingearbeitet. Die Hauptkritikpunkte am Passivhaus (Strahlungswärme, bakteriologische Aspekte bei der mechanischen Be- und Entlüftung) werden mit untersucht und argumentativ aufgearbeitet. Vorhandene Studien werden entsprechend evaluiert und berücksichtigt.

Arbeitspaket 6 – Energieeffiziente öffentliche Gebäude
Zentrales Anliegen dieses Arbeitspaketes ist es, das in NENA entwickelte Modell auf breite Basis zu stellen und die strukturellen Voraussetzungen für eine laufende Anwendung zu schaffen (eingerichtete Zertifizierungsstellen, befähigte Personen). Bei der Umsetzung dieses Vorhabens ist einerseits die Valorisierung der Inhalte und Methoden anhand von Beispielen notwendig, es ist jedoch auch notwendig, die Rahmenbedingungen zur Verbreitung zu klären. Dies bedeutet, den Aufbau von Strukturen zur praktischen Anwendung des Modells, die Schaffung von Anreizsystemen, konkret Möglichkeiten in Bezug auf finanzielle Begünstigungen aus der Bedarfszuweisung zu ermöglichen. Es sollen mögliche Instrumente der ökologischen Evaluierung öffentlicher Bauten evaluiert bzw. verglichen werden. Der WPL hat die Aufgabe, die Projektpartner anzuhalten, um deren Instrumente, auch wenn sie nur ansatzweise vorhanden sind, aufzuzeigen und über deren Verwendung zu berichten. Die verschiedenen Ansätze werden vergleichend dargestellt. Erklärtes Ziel des Projektes ENERBUILD ist es, dass in mehreren Ländern (Bundesländern) die Bedarfszuweisung (Förderung) in Abhängigkeit der Erfüllung ökologischer Kriterien zukünftig erfolgt. Dies bedarf der Überzeugung der politischen Verantwortungsträger und einer Anpassung der diesbezüglichen Verordnung auf Landesebene. Das bedeutet, dass Personen in die Lage versetzt werden müssen, derartige Zertifizierungen durchzuführen. Es ist daher vorzusehen, dass im Rahmen des Projektes (möglich auch im WP4) ein definierter Personenkreis informiert und zur Abnahme solcher Prüfungen an Objekten berechtigt wird. Die Berechtigung erfolgt von der Landesbehörde bzw. von den Bezirkshauptmannschaften auf Antrag der Landesregierung. Im Projekt wird erwartet, dass mindestens in zwei Gebieten Zertifizierungsstellen für das Zertifizieren öffentlicher Bauten eingerichtet sind.

Vorarlberger Schwerpunkt
Hier erfolgt der pilothafte Einsatz und der Test des im INTERREG IIB Projekt "NENA" entwickelten Modells „Evaluation of Public Buildings“ und der Aufbau der zur Umsetzung notwendigen dauerhaften Strukturen. Die Methode zur Bewertung ökologischen Bauens wird an 10 Objekten (Schulen, Kindergärten, Pflegeheime, Gemeindezentren, Veranstaltungsräume) getestet (mit den Partnerregionen sind es 60 Objekte),  falls notwendig Adaptierungen am Modell vorgenommen und in der Folge wird das Modell an konkreten Planungsvorhaben angewendet und die Vergabe von Leistungen begleitet (unter Berücksichtigung des  BVG). Da die zum Zeitpunkt in Frage kommenden Bauvorhaben noch nicht bekannt sind, erfolgt die Entscheidung kurzfristig und in Abstimmung mit dem Hochbauamt des Landes und dem Gemeindeverband.
Für ein späteres Service für öffentliche Bauträger werden im Rahmen des Projektes jene Strukturen aufgebaut (Beratungs- und Zertifizierungsstellen), die einen dauerhaften Betrieb sicherstellen.

Arbeitspaket 7 - Energieproduktion
Das Arbeitspaket 7 konzentriert sich ausschließlich auf die Produktion am einzelnen Objekt. Zwangsläufig werden dabei die Photovoltaik und die Solarthermie einen wesentlichen Anteil einnehmen. Mit berücksichtigt werden aber auch andere Technologien wie z.B. Erdwärme oder Wärmetauscher, die sich auf das einzelne Objekt beziehen. Generell gibt es zwei Ansätze zur Definition des Energie produzierenden Hauses (ESAP-Building):
a) sämtliche verbrauchte Energiemenge im Bereich Heizung und Beleuchtung wird am Haus produziert
b) sämtliche Energie für Heizung, Beleuchtung und Betrieb (wie z.B. Küche, Computer und sonstige elektrische Einrichtungen) wird am Haus produziert
Zur Erfüllung dieser Aktion erstellt der WP-Leader einen Fragenkatalog und richtet diesen an die Partner. In dem Fragenkatalog wird erarbeitet, ob Definitionen zum Energie produzierenden Haus vorhanden sind und um welche Definitionen es sich handelt. In dem gemeinsamen und transnationalen Expertenworkshop wird eine für das Projekt gültige Definition gefunden. Die Definition lässt zu, dass territoriale Unterschiede mitberücksichtigt werden. Jedenfalls wird darauf geachtet, dass sie innerhalb des Projektes vergleichbar ist.
Die im WP teilnehmenden PP einigen sich auf Methoden zur Feststellung des Energiepotentials. Eine konkrete Methode bezieht sich auf das Dächer-Scanning, ein Rechenmodell ausgehend von geografischen Informationen und Bildauswertung. Es kann jedoch unterschiedliche Herangehensweisen bei den Partnern geben. Jedenfalls ist daran gedacht, mindestens 10 Gemeinden mittels dieser Methode zu scannen und das Energiepotential zu berechnen. Die dabei gewonnenen Erfahrungen werden innerhalb der Expertengruppe im Work package ausgetauscht. Des weiteren sollen neue Services entwickelt und eingerichtet werden, die dazu dienen, dass die Produktivität bzw. Funktionalität der Anlagenteile im Bau monitorisiert werden und dazu beitragen, dass den Betreibern Nutzen entsteht. Dabei kann es sein, dass die Regionen unterschiedliche Ansätze verfolgen. Bei den Arbeiten soll im Vordergrund stehen, dass verschiedene Pilotbeispiele im Projektzeitraum umgesetzt werden. So planen Vorarlberg und Steiermark ein Monitoring für die vielen Kleinproduzenten von Ökostrom über Photovoltaikanlagen einzurichten. Dabei werden  Datenfernübertragungsinfrastruktur und ein Monitoring sowie ein Service implementiert.

Vorarlberger Schwerpunkt:
Dieses Arbeitspaket handelt von der effizienten Energieproduktion an einzelnen Objekt bzw. in engster Umgebung (kleinsträumige Energieproduktion). Es geht um die gestalterischen Aspekte und um effiziente Technologieformen. Ein transnationales Team  wird den aktuellsten Stand auf europäischer Ebene zusammenführen und das Wissen für die Lehrmodule aufbereiten. Zusätzlich werden dementsprechende Grundlagen für die Öffentlichkeitsarbeit entwickelt. Ein Schwerpunkt bildet die Implementierung von Services zur Steigerung der Produktivität der kleinräumigen Anlagen sowie der Steigerung des Anreizes zum Bau derartiger Anlagen. Nach einer transnationalen Abstimmung und dem Austausch von Methoden, geht es um die lokale Umsetzung und Verbreitung der Services. In Vorarlberg wird ein privates Förderschema implementiert, das die Errichter von Kleinanlagen finanziell unterstützt. Dabei sollen im Pilotjahr bereits 10 Anlagen erreicht werden. Zudem werden Überwachungseinrichtungen für die Anlagen eingerichtet, um die Leistungen abzusichern und die Produktivität zu erhalten. Diese Überwachung soll mindestens an 30 Objekten nach der Pilotphase eingerichtet sein.

Arbeitspaket 8 – Innovation:
Fokus dieses Arbeitspaketes sollte sein, konkrete Objekte in der Planungsphase durch die Experten aus ENERBUILD zu begleiten und Vorzeigebeispiele, Lehrbeispiele im Umgang mit dem Thema energieeffizientes Bauen und Energieproduktion am Bau zu etablieren.
Das transnationale Expertenteam erarbeitet in dem Zusammenhang einen Rahmen für ein Online-Directpry. Dies ist für jene Regionen von Interesse, die noch über keine derartige Datenbank verfügen. Es bleibt abzuwägen, ob das im Rahmen des Projektes umgesetzt werden soll. Jedenfalls ist es ein Thema, dass mit dokumentiert wird und somit den Zugang auf existierende Datenbanken erleichtert. Die ENERBUILD Experten arbeiten nach Möglichkeit in transnationaler Zusammensetzung an Objekten, die sich derzeit in Planung befinden. Das Expertenteam berät Bauträger und Architekten. Als Ergebnis wird ein innovatives Konzept anhand eines zur Umsetzung bevorstehenden Objekts erwartet. Die durchgeführte Planung mit den Experten eröffnet neue Perspektiven der Zusammenarbeit und lässt ein anschauliches und praxisnahes Ergebnis erwarten. Die Ergebnisse werden für die Vermittlung (siehe dazu AP4) verwendet. Für Vorarlberg ist das energieautarke Tourismusdorf in Schröcken vorgesehen. Dort geht derzeit ein Hoteldorf in 1.200 m Seehöhe in Planung. Das geplante Feriendorf unter dem Titel „Maisäß“ ist eine besondere Herausforderung und bietet eine Möglichkeit, das Thema Energieautarkie an praktischem Beispiel zu kommunizieren. Ein weiteres Objekt ist das Werkraum-Haus. Dabei handelt es sich um ein mehrfunktionales Ausstellungsgebäude, das gleichzeitig als innovatives Energiekonzept positioniert werden soll. Vorteil dieses Objektes ist, dass es sich um eine besucherintensive Anlage handelt. Es handelt sich um ein Ausstellungshaus. Dies würde eine nachhaltige Kommunikation erlauben. Außerdem wird der Planungsprozess von einem angesehenen Architekten geleitet. Es ist dies Peter Zumthor, der diesbezüglich breites Ansehen genießt.

Schwerpunkt Vorarlberg:
Hier bedarf es der Etablierung konkreter Beispiele - ESAP-Buildings (Energie sparende und produzierende Gebäude). Ein transnationales Team (aus dem ENERBUILD Projekt) wird konkrete Planungsbeispiele evaluieren. Die ausgewählten Objekte werden im Planungsprozess unterstützt und beispielgebende Lösungen für energiesparende und Energie produzierende Bauten liefern. In Voralberg ist an zwei Bauvorhaben gedacht. Es handelt sich um das Werkraumhaus in Andelsbuch, das zweite Objekt soll im Projektverlauf bestimmt werden (zeitliche Übereinstimmung noch zu klären). Diese Beispiele werden in der Folge als Best Practice Beispiele für die Lehre aufbereitet.

Resultate

wie in den einzelnen Arbeitspaketen beschrieben.

Bezug zum Programm

Das Projekt Enerbuild ist ein transnationales Kooperationsprojekt, welches vom EU Alpenraumprogramm (INTERREG IVb) finanziell unterstützt wird. Das Projekt wurde federführend von Telesis mit 11 Projektpartnern mit 7 Ländern des Alpenraums entwickelt und nach einer Reihe von transnationalen Vorbereitungssitzungen im Herbst 2008 zur Förderung eingereicht, am 21.09.2008 konnte nach einer zuvor ergangenen Förderzusage und abermals vielen Vorbereitungssitzungen das Projekt gestartet werden. Ein gewisses Problem stellt die öffentliche Vergabe an die Vorarlberger Projektpartner dar. Beteiligte im Projekt sind das Energieinstitut Vorarlberg, der Umweltverband Vorarlberg, das Institut für Baubiologie vertreten durch die Firma Spektrum und Telesis als Gesamtkoordinator lokal und transnational als auch für Öffentlichkeitsarbeit. Nach einer EU weiten Ausschreibung setzte sich das Bieterkonsortium durch. Inhaltlich konnten Lernmodule für die Berufsschule und die Bauakademie entwickelt, Langzeitmessungen bei der Wohnanlage Hefel durchgeführt und die Zertifizierung mit dem komunalen Gebäudeausweis umgesetzt und die Ökostrombörse weiterentwickelt werden. Das Projekt hinterlässt dauerhafte Spuren aufgrund der obgenannten Entwicklungen.