Burgen

Erarbeitung von Nutzungskonzepten und Machbarkeitsprüfung zur Sanierung

Projektträger

Gemeinde Satteins

Kirchstraße 15

6822 Satteins

Kurzbeschreibung

Burgen und Ruinen prägen das Landschaftsbild. Um die 20 Ruinen und Burgen werden im Leadergebiet genannt. Davon können nur einige erhalten werden, andere müssen der Natur überlassen werden. Es ist notwendig, Konzepte und konzertierte Maßnahmen auszuarbeiten, um einerseits eine einigermaßen effiziente Instandhaltungen zu ermöglichen und andererseits die Objekte einer sinnvollen Nutzungen zuführen, die erforderliche Investitionen rechtfertigen. Das Projekt hat zum Ziel, an Hand von Beispielen Nutzungskonzepte zu erarbeiten und die Machbarkeit zur Sanierung zu überprüfen.

Das Projekt beinhaltet drei Schwerpunkte:

  1. In enger Zusammenarbeit mit dem Burgenausschuss werden in den Standortgemeinden im Leadergebiet Lösungsansätze entwickelt;
  2. Am Beispiel der Ruine Schwarzenhorn wird in der Gemeinde Satteins eine Beispielnutzung bzw. Bespielung umgesetzt;
  3. ein Grenzüberschreitendes Projekt im Alpenraum wird initiiert, das den Know-how Austausch, die Vermittlung und gemeinsame Aktionen zum Ziel hat.

Ausgangslage

Burgen, Ruinen sind prägende Objekte einer Kulturlandschaft. Eine Übersichtsliste zeigt, dass in Vorarlberg über 50 Burgen und Ruinen, also Objekte die aus dem 12. Jahrhundert oder früher stammen, noch feststellbar sind.

Es ist anzunehmen, dass viele solche Objekte von der Natur vereinnahmt wurden oder die verwendeten Steine im Mauerwerk andere Anwendungen gefunden haben. Die Natur vereinnahmt schneller als man so landläufig glaubt. So verschwinden Objekte je nach Masse, innerhalb einer Generation. Die gut sichtbaren und noch erhaltenen Burgen und Ruinen befinden sich in Siedlungsnähe, werden instand gehalten. Jene im ländlichen Gebiet sind verstärkt dem Verfall ausgesetzt.
Gerade die Großbauten früherer Generation wurden auf strategisch wichtigen Plätzen bzw. Plätzen besonderer geomantischer Stärke errichtet. Der Verfall eines Burghofes ist ein Verfall eines Stücks Kulturlandschaft, die unseren Lebensraum prägt und ein Teil der Lebensqualität darstellt.

Vorarlberg gilt vom Image her gesehen nicht als eine Hochburg von Kulturstätten, Ruinen oder Burgen. Trotzdem darf angenommen werden, dass dieser Landstrich nicht viel weniger besiedelt, umkämpft und befestet war, wie viele andere Regionen im Alpenraum. Viele der Objekte sind eben von Menschenhand zerstört oder von der Natur vereinnahmt worden.
Die Objekte an exponierten Plätzen befinden sich meist in ländlichen Gebieten und wirken dort besonders landschaftsprägend. Sofern die Plätze noch zugänglich sind - oft sind sie durch Besitzverhältnisse der Öffentlichkeit verschlossen - bilden diese einen anziehenden Ort der Begegnung.

Die ehemaligen Burghöfe besitzen in der Regel tiefe geschichtliche Wurzeln und es liegt die Absicht nahe, derartige Plätze in die Gegenwart zu führen und für die Zukunft zu erhalten. Diese sind nämlich Zeugen der Kultur und Fundament der regionalen Identität. Außerdem handelt es sich um wertvolle Angebote für die wohnende Bevölkerung zur Gestaltung der Freizeit, der gesellschaftlichen Begegnung und es handelt sich um ein wertvolles Angebot an Gäste.
Bei näherer Betrachtung ist der Verfall der Objekte dramatisch. Mühsame Restaurierungsmaßnahmen verursachen hohen Kosten. Dabei geht es oft nur um den Schutz vor dem weiteren Zerfall. Jährlich investiert das Denkmalamt in Vorarlberg ca. € 40.000. Dieser Betrag reicht nur als Zuschuss für punktuelle Sanierungs- bzw. Reparaturarbeiten aus. Anmerkung: Der Begriff „Reparaturarbeiten“ wurde bewusst gewählt, da oft vermeintliche Sanierungsarbeiten, eben weil sie nicht fachgerecht durchgeführt wurden, wieder repariert werden müssen.
Die Standortgemeinden und das Land Vorarlberg müssen meist „herhalten“, um die Bestandssicherung in den notwendigsten Fällen zu gewähren.

Der oben angeführte kulturlandschaftliche Aspekt und die Frage nach der Wirtschaftlichkeit, Finanzierbarkeit, rechtfertig jedenfalls ein Projekt, das eine Orientierungshilfe für Entscheidungsträger schafft und zwar auch dahingehend, welche Objekte erhalten und welche endgültig und offiziell der Vereinnahmung durch die Natur preisgegeben werden können.

Die Schaffung derartiger Grundlagen ist nicht am Schreibtisch möglich. Es hängt vieles vom Willen der Bevölkerung, der Eigentümer, der einzelnen Standortgemeinden, den Konzepten zur Sanierung und der Bespielungsmöglichkeit (Nutzung) solcher Plätze ab. Der Wert wird sich nicht rechnerisch darstellen lassen, sondern dieser ergibt sich aus der Wertschätzung und der daraus abzuleitenden Bereitschaft zur Finanzierung.

Die Gemeinde Satteins hat sich entschlossen, als Anschauungsbeispiel für die Inwertsetzung der Kulturlandschaft als Beispiel zur Verfügung zu stehen. Ausgangspunkt stellt die Ruine Schwarzenhorn dar, wo derzeit Sicherungsmaßnahmen (vor dem weiteren Verfall) durchgeführt werden.
Die Gemeinde Satteins steht als Projektträger für das Leader-Projekt zur Verfügung und bildet zur Umsetzung des Projektes mit weiteren Standortgemeinden eine Arbeitsgemeinschaft.

Ziele/Wirkung

Ziel des Projektes ist es, in enger Zusammenarbeit mit dem Burgenausschuss und den Fachabteilungen, die Objekte im Leadergebiet zu evaluieren. Mit den Standortgemeinden soll eine Auseinandersetzung zum Thema geführt werden, Lösungsansätze mit Bürgerbeteiligung sollen entwickelt werden und die Machbarkeit auf Durchführung eines Planungsprozesses soll geklärt werden.
Erklärtes Ziel des Beispielprojektes Satteins ist es, mit breiter Beteiligung, ein attraktives Angebot zu schaffen und eine Bespielung der Ruine Schwarzenhorn (samt Umgebung – historischer Rundwanderweg) umzusetzen. Weiters ist es das Ziel, Kooperationen mit den Nachbarländern zu entwickeln um gemeinsame Aktivitäten für die Zusammenführung und Vermittlung des Sanierungs-Know-how zu initiieren.

Inhalte

Zur Evaluierung im AP1 wird ein Team bestehend aus Experten im Land gebildet, die mit den Standortgemeinden Gespräche führen und die Möglichkeiten für ein Burgen-, Ruinenprojekt evaluieren. Dazu gehören auch Gespräche mit den Grundeigentümern, Sammlung von Ideen und die Einleitung von Grundsatzbeschlüssen in der Gemeinde mit Unterstützung des „Burgenteams“

Das AP2 widmet sich ausschließlich dem Bespielungsbeispiel Satteins. Ausgangspunkt bildet die Ruine Schwarzenhorn, wobei zur Gestaltung eines historischen Themenweg mehrere Attraktionen des Ortes mit eingebunden werden. Stichworte dazu sind: Wasserweg, Tanzhalle, Kalklöschen und Schwarzensee.

Im AP3 geht es um die Entwicklung eines Kooperationsprojektes. Inhalt sind die Vorbereitungen eines grenzüberschreitenden Projektes der Zusammenarbeit. Bei dem geplanten Projekt wird es das Ziel sein, Grundlagen zu schaffen, um in Kooperation mit anderen Regionen im Alpenraum an Restaurierungsmethoden zu arbeiten, Ausbildung für Handwerker, Freiwillige und Gemeindemitarbeiter grenzüberschreitend zu ermöglichen. Nach Möglichkeit soll daraus ein INTERREG-Projekt entstehen.

Resultate

Als Ergebnis des Projektes wird ein Umgesetzter Themenweg in der Gemeinde Satteins erwartet. Weitere, mindestens drei Gemeinden bzw Standorte im ländlichen Gebiet haben sich zu einer Erschließung ihrer Ruinenplätze für eine öffentliche Nutzung entschlossen. Dem vorausgegangen ist eine Analyse noch bekannter Ruinen mit Aussagen zur Zweckmäßigkeit für einen Erhalt.
Mit dem Projekt sind Kooperationen ähnlicher Initiativen mit Nachbarländern angestoßen und eine Zusammenarbeit gestartet worden.

Bezug zum Programm

Beim Projekt handelt es sich um ein LEADER-Projekt der Phase 2007-2013. Das Projektvolumen beträgt € 175.600 und wird im Investitionsteil zu 50 % und im begleitenden Teil zu 60 % unterstützt. Projektträger ist die Gemeinde Satteins.