GrünerRing

Entwicklung eines Sommerangebotes zur stärkeren saisonalen Ausgewogenheit der Region

Projektträger

Lech Zürs Tourismus GmbH

Dorf 2

6764 Lech am Arlberg

Kurzbeschreibung

Seit über 50 Jahren wird der Weiße Ring in Lech-Zürs zelebriert. Mit 22 Kilometern Piste und 5.500 Höhenmetern ist es das längste Skirennen der Welt. Die Einzigartigkeit der Lage im alpinen Talkessel mit der umliegenden Bergwelt ermöglicht eine derartige Besonderheit. Diese Bergwelt bietet aber auch im Sommer eine enorme Vielfalt. Mit dem „Grünen Ring“ soll in einer breit angelegten Aktion ein attraktives Sommerangebot geschaffen werden. Das Erwandern des Grünen Rings wird ein einzigartiges Erlebnis für Gäste und führt zur Begegnung mit der Alpwirtschaft, der Natur- und Kulturlandschaft der Region.
Gerade weil der Arlberg als Winterdestination bereits sehr bekannt ist, gilt ist es dringend notwendig eine gewisse Balance zwischen Sommer und Winter herzustellen. Eine bessere Nutzung des natürlichen Kapitals und der touristischen Infrastruktur führen zu einer stabileren Beschäftigungslage und reduziert die extremen saisonalen Schwankungen. Die Umsetzung der Idee „Grüner Ring“ erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, den örtlichen Vereinen und dem Tourismusbüro, der Gemeinde, der Skilife Lech, der Hotellerie und der Raiffeisenbank Lech.

Ausgangslage

Die Tourismusdestination Lech Zürs am Arlberg hat sich aus dem Wintertourismus heraus entwickelt, der Sommertourismus war lange Zeit unbedeutend und hat daher zu starken saisonalen Schwankungen und einer Unausgewogenheit geführt. Die Region ist seit mehreren Jahren bemüht, den Sommertourismus zu stärken, um dadurch eine bessere Balance zwischen den Saisonen und eine stabilere Beschäftigungslage zu erreichen.
Gerade Lech und Umgebung hat durch die topographische Lage (alpiner Talkessel mit weitläufiger Almbewirtschaftung) Mittelgebirgsbiotope bis hinauf zu den Steilhängen und felsigen Gebirgszügen ein reichhaltiges Angebot an natürlichen Besonderheiten. Um sich neben der starken Winterorientierung für den Sommer am Tourismusmarkt zu positionieren, bedarf es großer Anstrengungen. Es bedarf einerseits der behutsamen Erschließung der Naturjuwele (nach Möglichkeit in geführter Form) für den Gast, der engen Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus, des Rückhalts in der Bevölkerung und der klar kommunizierbare Produkte und touristischer Angebote.

Ziele/Wirkung

Durch die Maßnahme soll die Auslastung des Bettenangebotes um mehrere Prozentpunkte erhöht und insgesamt mehr Ausgewogenheit erreicht werden.
Lösungsansatz
Der Grüne Ring stellt, analog zum Weißen Ring, ein geschlossenes ganzheitliches Sommerangebotskonzept dar. So wie der „Weiße Ring“ mit Skiern rund um den Siedlungskern Lech, Zürs abgefahren werden kann, soll der „Grüne Ring“ auf klar definierten Pfaden im Sinne eines groß angelegten Rundwanderweges in Etappen erlebt werden. Neben der Erwanderung bedarf es aber auch der Erschließung kulturlandschaftlich interessanter Punkte. Dies betrifft die alpine Naturlandschaft mit der alpinen Fauna, den Hochmooren, der Erschließung von geologischen Fenstern, die Veranschaulichung der alpinen Landwirtschaft, den Zugang zu historischen Plätzen und die Vermittlung und Information zur Besiedelung der Region, der Entwicklung des alpinen Skilaufs und des Tourismus im Allgemeinen sowie der lokalen Kultur im Besonderen. Die Umsetzung eines derartigen ganzheitlichen Konzeptes bedarf der engen Zusammenarbeit vieler Akteure in diesem alpinen Dorf.
Konkret besteht die Absicht, einen Wanderring (Grüner Ring) anzulegen, der den Wanderern umfassende Informationen und Erlebnisse bietet. Neben der Erschließung bestehender Sehenswürdigkeiten, sollen auch zusätzliche Attraktionen geschaffen werden.
Auf Initiative des Tourismusbüros ist es gelungen, Akteure der Berggemeinde aus der Landwirtschaft, der Kulturszene, der Gemeinde und sonstiger Vereine zu gewinnen, um gemeinsam an der Aktion zu arbeiten. Dabei ist angedacht, dass die verschiedenen Ortsvereine Vorschläge einbringen, wer welchen Teil übernehmen wird.
Das geplante Projekt beinhaltet daher einen Planungsprozess mit Beteiligung vieler Akteure im Ort. Dies wird als wichtiger erster Schritt erachtet, damit eine umfassende und bestmögliche Verankerung des Vorhabens in der Bevölkerung und im Ort geschieht. Dieser Planungsprozess soll im Rahmen eines Gesamtszenarios geführt werden.

Inhalte

Ein zentrales Anliegen des Projektes ist es, die Ideen mit Akteuren aus Lech und Umgebung zu entwickeln, auf deren Machbarkeit zu prüfen und die Umsetzung vorzubereiten bzw. letztlich die Vorhaben auch umzusetzen. Ein wichtiger Akteur ist auch die Bergbahn-Gesellschaft. Am Rüfikopf (Bergstation) wird das VitorCenter eingerichtet. Dort wird der Grüne Ring vermittelt. Insgesamt können die Projektinitiatoren behaupten, dass ein großes Potential an Sehenswürdigkeiten vorhanden ist, die Erschließung kann jedoch nur in einer organisierten gemeinschaftlichen Aktion erfolgen.
Der „Grüne Ring“ ist der logische Ansatz um in Gemeinschaft ein geschlossenes Sommerangebot zu entwickeln.
Das Projekt gliedert sich in die Arbeitspakete:
AP1 – Mobilisierung der Akteure
AP2 – Gesamtkonzeption
AP3 – Entwicklung, Umsetzungsvorbereitung und Detailplanung der Teilprojekte
AP4 – Investitionsmaßnahmen
AP5 – Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Resultate

Das Ergebnis ist in der Folge als Szenario beschrieben und hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Szenarien beschreiben erste Überlegungen.
Der „Grüne Ring“ wird als Wanderring in Etappen gestaltet und in mehreren „Schwierigkeitsgraden“ ausgeführt.
Start der Wanderung: Der Gast wird in einem Visitorcenter über die Wanderung im Sommer und über die Skirunde im Winter informiert. Er holt sich hier die notwendigen Informationen über das was er machen kann.
Zentrale Attraktionen dieser Wanderung sind die Etappenziele. Diese sind von der Naturlandschaft gegebene oder inszenierte Sehenswürdigkeiten. Sie sind auf Wissensvermittlung, Genuss und Entspannung ausgerichtet. Die Hütten werden als Bibliotheken genützt, als Schutz vor einem Regenguss, einfach um dem Gast Einblick zu gewähren in die Bergwelt der Bauern.
Weitere Ruheplätze vermitteln die Berglandschaft, andere liefern Informationen zu alpinen Hochmooren, zur Geologie mit den Meeresablagerungen und Informationen zur Entwicklung der Alpen.
In einem weiteren Etappenziel wird das karge Leben der Alpbewirtschaftung erlebbar dargestellt. Generell wird die enge Zusammenarbeit und Verflechtung von Landwirtschaft und Tourismus gezielt vermittelt. Es wird ein Aussichtspunkt erschlossen werden, der beim Zürsersee gerichtet ist und die Verbindung zum Winter herstellt: der Gast wird im Winter diese Abfahrt anders erleben, dadurch, dass er im Sommer gesehen hat über welche wunderschöne blühende Landschaft im Sommer, im Winter fährt.
Weiters gelangt der Wanderer auf den Walserweg, erlangt Kenntnis über die Besiedelung durch die Walser, erreicht dort Oberlech und erhält detaillierte Informationen über diese Zeitepoche in Form von anschaulichen Beispielen. Hier wird die Natur greifbar gemacht, ein Waldlehrpfad erklärt und lehrt über den Wald und deren Einwohner.
Auch neuzeitliche Bemühungen um die Gesundheit der Gäste werden in einer Zwischenetappe vermittelt. So z.B. Informationen zu den wissenschaftlichen Ergebnissen des Höhentrainings, bewegungstherapeutische Empfehlungen usw.
Der Verein Ski.Kultur.Arlberg vermittelt an Hand umfassendem Anschauungsmaterial an einer weiteren Zwischenetappe die Entwicklung des alpinen Skilaufs im Arlberggebiet und verdeutlicht, warum das Arlberggebiet als die Wiege des alpinen Skilaufs bezeichnet wird. In einer weiteren Etappe erfährt der Wanderer über die Besonderheiten der alpinen Imkerei und der einzigartigen Qualität der diesbezüglichen Produkte. Ein weiteres Etappenziel wird vom Fischereiverein organisiert. Dort erfährt der Wanderer über das Leben im Gebirgswasser. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass zur Verspeisung einer originalen Bachforelle eingeladen wird. Auch im Ortszentrum selbst gibt es Etappenzielpunkte, wo kulturelles, kulinarisches und Wellness zur Erholung angeboten wird.
Den diesbezüglichen Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Anmerkung: das beschriebene Szenario erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, soll lediglich zur Idee anregen.
Ende der Wanderung: in Lech im Tourismusbüro findet der Gast alles was er als Andenken nach Hause nehmen kann. Er soll hier originelle Souveniers finden, die ihn immer wieder an das Naturerlebnis „Grüner Ring“ erinnert.

Bezug zum Programm

Beim Projekt handelt es sich um LEADER-Projekt der Periode 2007-2013. Das Projektvolumen betrug € 480.400, Förderung 60 % aus LEADER-Mitteln und 40 % des Projektträgers Zürs-Lech Tourismus.